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Clips’n Rap – Konzept und Methoden

Warum Rap und Hiphop? Jugendkultur und Rap bzw. Hip Hop gehören zusammen. Und was hat das mit Medien zu tun?

(c) Kristina Paparo on Unsplash

Musikkonsum ist heute digital: 80 % aller Jugendlichen hören täglich Musik, 93% mehrmals in der Woche, nach Internet und Smartphone steht Musikhören an dritter Stelle bei der Mediennutzung, noch vor Videos schauen (JIM- Studie 2020, mpfs.de). Über 50 % hören Musik über Spotify (mehr als über Youtube), 2020 wird die Nutzung des Internets zur Unterhaltung (Musik/Videos Bilder) mit 34% angegeben und hat die Kommunikation (Nutzung von Messenger) überholt. Junge Leute machen gerne Musik (23 %). Laut JIM-Studie ist der Anteil sogar gestiegen. Musik ist wesentlicher Teil der Jugendkultur.

Rap und HipHop stehen hier an erster Stelle. Im Rap, und insbesondere im Subgenre GangstaRap verstärken sich seit Jahren diskriminierende, Gewalt- und Kriminalitätsverherrlichende, Frauenfeindliche, xeno- und homophobe sowie Antisemitische Aussagen in den Songs.

Der Workshop richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren. Ziel des Workshops ist es, den Jugendlichen im Bereich Rapmusik Grundlagen an die Hand zu geben und ihnen Handlungsräume zu eröffnen, in denen sie sich ausprobieren und weiterentwickeln können. Ein besonderer Fokus des Workshops liegt auf Gewaltprävention durch die Förderung von Empathie, der Fähigkeit zu Perspektivwechseln und der Anregung von Reflexion eigener und anderer Rap-Texte.

(c) Curtis Potvin on Unsplash

Die Jugendlichen setzen sich mit Texten auseinander, schreiben eigene Texte, veranstalten eine Battle usw… Ausgehend von der eigenen Situation knüpfen wir an die Tradition von „Rap als autobiografisches Erzählen“ an, thematisieren Anderssein, Besonderssein, Anerkennung in der Gruppe. Dabei wird reflektiert: wie grenze ich mich gegen andere ab, wann geht es um individuelle Auseinandersetzungen, wann um gruppenbezogene Unterscheidungen etc..

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt ermöglicht es den Jugendlichen auch Gewalterfahrungen, physische und psychische, analog oder digital zu verarbeiten. Texte schreiben, Musik machen, Bilder finden vertieften die inhaltliche Sensibilisierung zu Rap Texten, Gewalt im Rap, Geschichte des Rap. Die Umsetzung von Gefühlen in Wort und Musik wird im Videodreh stringent in die visuelle Darstellung geführt.

Methoden und Inhalte

Die grundlegenden Bausteine des Rap-Workshops finden alle am ersten Tag statt (Kennenlernen, Text, Beat, Rap, Cypher). Ebenso die vorbereitenden Aufwärmspiele. Die Bausteine Storytelling, kreatives Schreiben und eigene Texte schreiben, können mehr Zeit in Anspruch nehmen, in Golliwtz wurden sie in den ersten Tag vorgezogen, da für den zweiten Teil des Workshops (Video-Clip) Audio-Aufnahmen erstellt werden sollten.

Karl beim Nachtdreh (c)YoungImages

Den Jugendlichen soll so genug Zeit gegeben werden, um ihre Texte sicher vortragen zu können. Bevor die Jugendlichen ihre eigenen Texte schreiben, wird eine offene Diskussionsrunde moderiert, die sich mit dem Thema Gewalt befasst hat und in dem sich die Jugendlichen über ihr Verständnis von Gewalt, ihre Erfahrungen mit Gewalt und dem Verhältnis von Gewalt und Hip Hop austauschen konnten, mit der Anwendung von verschiedenen Methoden u.a. zum Perspektivwechsel.

Am zweiten Tag haben die Jugendlichen Zeit ihre Texte zu finalisieren und aufzunehmen. Danach eine weitere offene Diskussionsrunde mit viel Input zum Thema Hip Hop Geschichte und Gewalt. Im Anschluss dann die Aufnahmen der Texte im “Studio” vor Ort. Abschließend wird der Workshop, sowie alle erarbeiteten Inhalte zum Thema Gewalt reflektiert.

An den folgenden zwei Tagen geht es weiter mit allen klassischen Bausteinen zum Videodreh, Locationsuche, Proben und Dreh. Wer nicht performt, ist verantwortlich für Kamera, Licht oder Ton. In Gollwitz wurden eine Reihe der Szenen auch nachts gedreht. Einen Teil haben wir in Schwarz-Weiß aufgenommen. Wichtig, jeder Textabschnitt, der jeweils von verschiedenen Jugendlchen stammt, hat seinen ganz eigenen Charakter in der Bildsprache!

Text: Fabian Hellmuth / Susanne Schmitt

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